Der Weg des Schlamassels

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Der eine steckt bis zum Hals drin, der andere kann es gerade noch überblicken, der nächste hat vielleicht nur ein paar bestimmte Problemzonen, aber eines haben alle gemeinsam: Sie stecken alle im Schlamassel. 

Die Rede ist hier von sogenannten Messies, jene die im häuslichen Chaos leben. Hervorgerufen durch einen Umzug, nach dem man die Kraft nicht mehr hatte, alles an seinen Ort zu bringen, oder den Verlust eines Partners durch Tod oder Scheidung, oder eine anderweitig hervorgerufene Depression. Oder sie haben es schlicht weg von zu Hause nicht gelernt, mit dem Haushalt umzugehen (deren Eltern waren höchstwahrscheinlich auch Messies). Diese Menschen (jawohl – MENSCHEN!) sind keine Dreckschweine von Natur aus, auch wenn der Normalordentliche das denken mag, sondern sie haben ein Problem mit der Ordnung. Hervorgerufen wird diese Meinung auch meistens durch die Messies selbst, beim ersten Mal entschuldigen sie sich mit „Ich bin gerade dabei, überall das Überflüssige auszusortieren, deshalb sieht das hier so aus“, beim zweiten Mal sagen sie: „Ich hatte soviel Termine um die Ohren, ich bin zu nichts gekommen“. Beim dritten Mal war man krank und nach dem xten Mal steht beim außenstehenden Besucher die Meinung fest, diese Person ist ein Schwein. 

Der Messie schämt sich seiner selbst, ist nicht in der Lage, seine Lage zu schildern, nicht einmal den besten Freunden gegenüber. Wenn man dies könnte, könnte ja der Freund mal für einige Zeit unter die Arme greifen, mithelfen beim Aus- und Aufräumen. Da er aber nicht weiß, was da vor sich geht, wendet er sich irgendwann mal ab.  

Es gibt mehrere Arten von Messies, mal mehr, mal weniger schlimm. 

Es gibt z.B. die Vollmessies, die nicht einmal mehr in der Lage sind, den Müll bis zum Mülleimer zu bringen, sie lassen alles dort liegen, wo es entsteht. Man kann sagen, jeder Tritt ein Treffer. Wenn dann noch Kinder im Haus sind, kann es dazu kommen, dass die Familie auseinander gerissen wird, weil die Wohnung schon als Gefahrenbereich angesehen wird (und es auch ist). Sie gehen nicht mehr an die Tür wenn es klingelt, können keine Freunde mehr einladen. Diese bleiben zwangsläufig dadurch irgendwann einmal ganz weg und man versinkt noch mehr in Depressionen. 

Dann gibt es noch die Halbmessies, sie haben das Problem mit dem Müll vielleicht gar nicht, oder sie haben es bereits aus eigener Kraft besiegt. Aber dafür türmt sich überall in der Wohnung alles Mögliche, und das meiste davon gehört ganz bestimmt an einen anderen Ort. Mit etwas Glück findet sich noch ein Trampelpfad, damit man von Zimmer zu Zimmer kommen kann. Auch hier werden keine Freunde mehr in die Wohnung gelassen, und die Tür wird nur einen Spalt weit geöffnet. 

Und die Viertelmessies, die den Flur, das Bad, die Küche oder das Wohnzimmer in ziemlicher Ordnung halten, dort hin auch Fremde reinlassen können. Aber wehe, die bewegen sich mal in die Richtung eines der anderen Zimmer! 

Aufgezählt haben wir hier nun vom schlimmsten zum besten Stadium (haben auch viele Zwischenstadien weggelassen), aber entstehen tun sie genau anders herum. Mal bleibt hier eine Zeitschrift liegen, mal dort eine Tasse stehen. Und das bisschen getragene Wäsche, das nehmen wir morgen mit, dann lohnt sich der Weg. Wenn man dazu noch einen Sammeltick hat (die meisten Messies sammeln irgend etwas mit wachsender Begeisterung), dann nimmt das sehr schnell schlimme Ausmaße an. Zum Beispiel, man möchte gern die Rezepte aus der bestimmten Zeitschrift sammeln und abheften. Aber jede Woche diese Arbeit? Nein, wir lassen diese Zeitschriften zu einem Stapel anwachsen, damit sich die Arbeit auch lohnt. Dumm gelaufen, nun kommt überraschend Besuch. Anstatt nun rigoros diesen Stapel dem Papierkorb zu übergeben, legen wir sie in einen Schrank, sieht nun keiner mehr, holen wir später wieder raus, wenn der Besuch weg ist… Den Rest können sich aufgeweckte Leser bestimmt denken, wer es nicht kann, sollte sich mal im Forum umschauen, dort werden sicherlich einige Fälle geschildert, vom Anfang bis zum bitteren Ende. 

So langsam, wie sich unser Messietum aufgebaut hat, so langsam sollten wir es auch wieder abbauen. Nichts überstürzen, nicht alle Kräfte auf einmal reinpowern, sondern schön langsam, Stück für Stück. Jeden Tag ein kleiner Schritt einem befreiten Leben entgegen. Und zwar über die Punkte "Ballast abwerfen", "Ordnung herstellen", "Aufräumen", "Putzen", "Küche", "Wäschepflege", "Papierkram", "Einkaufshilfen" und "Körper und Seele". Über diese Punkte wird zu einem späteren Zeitpunkt hier auf der Webseite zu lesen sein, vorerst müssen wir sie aber noch im Forum erarbeiten, wir warten noch ein wenig, bis wir genug Material zusammen haben.

Liebe staubaufwirbelnde Grüße

Klara Putzich ©