kokopellina - Mein Umgang mit "Krisenherden"

INDEX

zurück


Ich denke mal, mehr oder weniger kennen wir sie alle...

Ich meine jetzt nicht das spezielle Küchengerät, das entweder streikt, auseinander fällt oder dringend einer Reinigung bedürfte, und ich meine auch nicht speziell eine Gruppe von Familienmitgliedern, die sich zusammenrotten gegen alles was Hausarbeit oder Ordnung bedeutet, obwohl auch das sicherlich (zumindest bei mir) absolut dazugehört ;o) Wie gesagt, ich denke, wir kennen sie alle und jeder hat da schon seine persönlichen mehr oder weniger im Kopf.

Krisenherde sind meiner Erfahrung nach immer belastend, egal wo sie sich befinden. Gerade die gut versteckten neigen auch noch dazu sich schnell, extrem und unkontrollierbar zu vergrößern. Ignorieren hilft leider gar nicht (glaubt mir: Ich hab das reichlichst ausprobiert ;o)) und Bekämpfen ist für mich auch nicht der richtige Weg, da er Mordskraft verbraucht, und man eigentlich nie gewinnen kann. In meinen „Monsterräumaktionen“ bekam ich vielleicht einen Riesenherd bewältigt, aber daraus entstanden neue kleine für die dann die Zeit oder Energie fehlte und so wuchsen dann aus einem Bekämpften gleich mehrere Neue anwachsende.
Meine Vorgehensweise heißt daher jetzt: Entschärfen. Wie bei einer Bombe.
Die kann ich auch nicht bekämpfen. Erst wenn sie entschärft ist, ist sie ungefährlich.

Ich teile meine Krisenherde in 3 Gruppen ein

1. Erträglich störend
2. Nicht offensichtlich störend
3. Offensichtlich störend

Danach richten sich dann die Prioritäten bei der Entschärfung, wobei wir bei unseren „Bomben“ den Vorteil haben, dass wir an mehreren arbeiten können, wenn wir wollen.
Gruppe 3 hat natürlich Vorrang, aber auch die anderen beiden belasten.
Deshalb versuch ich auch in den anderen Gruppen wenigstens ein wenig zu tun.
Das bringt, nebenbei bemerkt auch ein wenig Abwechslung und man bemerkt dann „Vernetzungen“, die sich entwirren lassen.
Beispiel: Der offensichtlich störende Herd wird oft auf die anderen beiden Gruppen verteilt... Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, das fällt unter „Bekämpfen“. Es hat nämlich logisch zur Folge, dass die beiden ersten Gruppen jeweils eine Kategorie höher rutschen und man hat sich bei all dem Kämpfen noch verschlechtert... sprich nur die „erträglich störende“ abgebaut.

Entschärfen bedeutet für mich:

  1. Ich ermittle den Zeitrahmen, den ich dazu, neben meinen normalen Routinen, zur Verfügung habe
    - normale Routinen sollten nicht liegen bleiben, sonst schwelen schnell neue Herde und es ist wieder nix geholfen bzw. Energie verschwendet
    - der Zeitrahmen sollte überschaubar sein und das Gefühl geben : „Das ist easy zu schaffen“.
    - Den Zeitrahmen bestimme ICH nach meinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
    Wie lange, wie oft.... es geht nach mir, wann oder wie lange ich entschärfen möchte... einziges Bestreben sollte sein überhaupt eine Zeit für das „Entschärfen“ einzuplanen. Selbst wenn es nur 5 min wöchentlich sind, wird es etwas bringen!

  2. Ich schnappe mir zum erwählten Termin einen Müllsack, einen Karton und einen Putzlappen evtl. noch den Staubsauger und begebe mich zum auserwählten Krisenherd (Ich suche mir den jeweils nach Laune aus... ).

  3. Phase I (Ich stelle meinen Kurzzeitwecker auf die Hälfte der geplanten Zeit): Ich fange dann sofort wahllos an irgend einem Ende an (bitte nicht erst das Ganze anschauen, es entmutigt nur) und gehe dabei folgendermaßen
    vor:
    - Müll in den Sack,
    - Brauchbares evtl. abputzen und in den Karton,
    - jede freigewordene Fläche einmal kurz überwischen.
    Der Ort des Geschehens wird möglichst nicht verlassen bis der Wecker klingelt.

  4. Phase II (nach dem Weckerklingeln):
    - Das „Brauchbare“ im Karton wird an seinen Platz gebracht, NICHT an einen anderen Krisenherd.
    Für Brauchbares, dass noch keinen Platz hat, sollte möglichst einer gefunden werden (evtl. dann doch der Müllsack?!). Absolute „Härtefälle“ dürfen bei mir in einem ganz kleinen Karton in einem speziellen Kellerfach auf ihre weitere Bestimmung harren.
    - Der Müllsack wird entsorgt.
    – Wenn möglich wird noch übergeputzt oder gesaugt, was ich selbst bei kleinsten freigewordenen Flächen empfehle. Das war's für heute :o)

    Es mag sich vielleicht banal anhören, aber solange nicht neue Herde geschaffen werden, bringen 5 Minuten Stück für Stück 10mal mehr, als stundenlanges Rackern. Ich weiß das aus leidiger Eigenerfahrung... man nannte mich „die Kämpferin“, aber gebracht hat es nix außer immer wieder neue Kämpfe und schwindende Kräfte. Seit ich mich jetzt an o.g. Prinzip halte, wird es langsam deutlich besser und aus den anfänglich 5 min wöchentlich, die mir sehr schwer fielen, sind jetzt easy 10 Min täglich geworden. Diese 10 min ersparen mir aber in anderen Hausarbeiten viel mehr, da ich nicht dauernd damit beschäftigt bin irgendwas irgendwo zu verstecken. Nicht zu vergessen die schwelende Belastung durch die Krisenherde. Selbst wenn sie nicht sichtbar sind, wir wissen dass sie da sind und sie zehren innerlich mehr, als einem lieb ist. Ich hab das lange geleugnet, aber zum Schluss haben sie mich regelrecht in allem gelähmt.
    Die Tatsache, ihnen 5 min "richtig" zu Leibe gerückt zu sein, hat mir gezeigt, dass selbst mit kleinsten Schrittchen etwas zu erreichen ist, und dann macht es sogar Spaß.
    "Weniger ist mehr" stimmt für mich völlig :o)) Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.

    Das hier ist natürlich jetzt nur (m)ein Leitfaden.
    Jede(r) sollte sich den ruhig nach seinen eigenen Bedürfnissen anpassen, die Möglichkeiten sind vielseitig.... Ein Päuschen zwischen Phase I und II z.B., eine Belohnung nach getaner Arbeit, Mithilfe von willigen Familienmitgliedern oder Freunden, Musik... alles ist erlaubt, solange es gut tut :o))

    Hausarbeit ist nervig genug... verschönern wir sie uns so gut wie möglich !!!

    Gelobt sei – was Spaß macht ;o))

    © 2006 - heute auf Text und Avatar: kokopellina    (Forummitglied)